Gottesdienststation Neuhaus / Rennweg

Seit vielen Jahren verdanken wir es der evangelischen Gemeinde von Neuhaus am Rennweg, dass unsere Gemeindemitglieder in der evangelischen Kirche auch katholische Gottesdienste feiern dürfen. Es ist dies ein Zeichen überkonfessioneller brüderlicher Verbundenheit, für das wir herzlich Dank sagen. 

Die Gottesdienste finden in der Regel wie folgt statt:

Evangelische Gottesdienste

Sonntags um 09.30 Uhr

Katholische  Gottesdienste

Samstags um 16.00 Uhr

Bitte informieren Sie sich im Menüpunkt "Termine" über abweichende Gottesdienstzeiten! 

Die Bilder der Kirche sind den Internetseiten der Stadt Neuhaus / Rwg. entnommen.

Zur Geschichte:

Die Geschichte der katholischen Gemeinde Neuhaus am Rwg. ist eng mit der Geschichte der Lauschaer Gemeinde verbunden. Durch den Bau der Schienenstrecke Sonneberg - Ernstthal waren viele Gastarbeiter aus Italien, Ungarn, Böhmen und Bayern in die Lauschaer Gegend gekommen. Unter diesen Arbeitern waren viele Katholiken, die kaum eine Möglichkeit des Gottesdienstbesuches hatten. Die nächstgelegene Kirche in Sonneberg war nur durch eine einstündige Bahnfahrt erreichbar - für die meisten Menschen zu aufwendig und zu kostspielig. So entstanden Bestrebungen, diesen Menschen von Sonneberg aus zu helfen. In einem Lauschaer Hotel wurde ein Tanzsaal mit Klavier angemietet. Im Jahre 1913 fand dort der erste Gottesdienst statt. So wuchs in den folgenden Jahrzehnten eine kleine Gemeinde. Vor der Fertigstellung der eigenen Kapelle war die Gemeinde im Konfirmandensaal der evangelischen Kirche zu Gast, (an hohen Feiertagen auch mitunter in der Kirche). Die Zahl der Katholiken in Lauscha vergrößerte sich nach 1945 stark durch viele Flüchtlinge aus dem Sudetenland, Schlesien und Ostpreußen. Nach 1945 wurde es unmöglich, die ganze Seelsorgearbeit im Oberland von Sonneberg aus zu leisten, Tausende von Kilometern hatten sich Sonneberger Kapläne schon auf den Gebirgsstraßen und bei jedem Wetter mit dem Fahrrad abgeklappert. Da bot sich eine Gelegenheit: Die Pfarrei Sonneberg beteiligte sich an der Wiederherstellung eines brandgeschädigten Hauses in Lauscha und zog mit Kuratenwohnung und Kapelle in das untere Stockwerk. Weihnachten 1950 war der erste feierliche Gottesdienst in der Straße des Friedens 82. Am 14.1.1951 wurde die Kapelle durch Dekan Josef Schönauer aus Meiningen feierlich geweiht. Im Jahre 1951 wurde Lauscha zur Kuratie Kuratie erhoben. Den ersten eigenen Geistlichen erhielt Lauscha ab 1951 mit Kuratus Franz Paul Geis.

Die Kuratie Lauscha war damals Zentrum der Seelsorge im Oberland. Außenstationen waren Steinach, Haselbach, Steinheid und Neuhaus am Rennweg.

Die Kapelle bestand bis in die neunziger Jahre. Danach musste sie aufgegeben werden. Seither finden die Gottesdienste in der evangelischen Kirche in Neuhaus statt.

Die Kuraten von Lauscha waren:

Kuratus Franz-Paul Geis

Franz Paul Geis (1916 - 1985)

Kuratus in Lauscha

15.1.1951 - 19.2.1954

Kuratus Martin Emmerling

Martin Emmerling (1926 - 1957)

Kuratus in Lauscha

20.2.1954 - 14.8.1957

Kuratus Alfred Rind

Alfred Rind (*1927)

Kuratus in Lauscha

1.10.1957 - 1.04.1959

Pfarrer Alfons Schauer

Alfons Schauer (1920 - 2004)

Kuratus in Lauscha 1.4.1959
Pfarrer in Lauscha 15.9.1959 - 1.8.1971

Nachdem Pfarrer Schauer als Pfarrer nach Unterwellenborn versetzt wurde, konnte für Lauscha kein eigener Priester mehr bestellt werden. Die Kuratie wurde wieder aufgelöst und die Seelsorge erfolgte wiederum von Sonneberg aus. Im Jahre 1974 wurde Schwester Elisabeth Domogella nach Lauscha versetzt.

Nachfolgend wollen wir hier einige Archivbilder der Lauschaer Gemeinde veröffentlichen.

 

Weihe der Kapelle am 14.1.1951

Weihe der Kapelle am 14.1.1951
durch Prälat Schönauer

alte Kapelle in Lauscha

Die alte Lauschaer Kapelle

Erstkommunion in Lauscha

Erstkommunion in Lauscha
mit Pfarrer Alfons Schauer

Eine Besonderheit der Lauschaer Gemeinde soll hier auch nicht unerwähnt bleiben: Im Jahre 1900 hat im gleichen Haus, in dem 1951 die Kapelle geweiht wurde, Achille Ratti während einer Studienreise gewohnt. Er war damals Bibliothekar der Ambrosiana in Mailand. Achille Ratti wurde 22 Jahre später Papst Pius XI.